Ausflug zur Zitadelle Spandau

Ausflug zur Zitadelle Spandau

14.3.2018 at 2:41 pm
 

Ein weiterer Ausflug zu einer Berliner Sehenswürdigkeit stand am 14.03.2018 für die SuS der 4. Klasse an. Eli hatte sich für seinen Vortrag zu einer Sehenswürdigkeit in Berlin die Zitadelle Spandau gewählt.

Zunächst hatte die 4. Klasse eine „Reise durch die Zeit“ im Koffer durch den Teil des heimatgeschichtlichen Museums der Zitadelle gebucht. Den Koffer konnte man nur mit einem besonderen Zauberspruch, den es galt gemeinsam zu sprechen, öffnen.

Nur wenige Artefakte enthielt der „Zeitreise – Koffer“. Sie erzählten den SuS aber von einer sehr langen und bewegten Geschichte dieser Burganlage. So erfuhren die Kinder, dass die Siedlungsanlage in Spandau aus slawischer Zeit stammt und älter ist als die Doppelstadt Berlin / Cölln. Eine erste urkundliche Erwähnung der Burg Spandau datiert auf 1197. Berlin wird erstmals 1237 erwähnt. Das haben die SuS im Sachkundeunterricht schon erfahren.

Nach der ersten slawischen Besiedlung folgte die der Askanier. Dieser Koffer enthielt einige Kleidungs- und Schmuckstücke aus eben der slawische und der askanischen Zeit.

Selbstverständlich haben die Kinder auch einiges über das Leben der Ritter auf so einer Burganlage im Mittelalter erfahren: Ritter im Mittelalter, das bedeutete – eine bis zu 20 kg schwere Rüstung, die der Ritte nur mit Hilfe seines Knappen anlegen und auch ablegen konnte, ständig für den Landesherrn in dessen Ländereien unterwegs, in Kriegszeiten natürlich für ihn auch im Kampf eingesetzt – also kein leichtes Leben. Die Burgen waren, besonders im Herbst und im Winter, zugig, dunkel und sehr kalt. Praktische Belege dafür dafür, nämlich eine „Schläfmütze“, ein kuscheliger Pelzschal und auch eine Kachel von einem Ofen, waren in dem Koffer zur Anschauung für die SuS zu finden.

Auch die Bauern, die den Burgherrn ernährten und dafür den Schutz der Burg genossen, hatten es niemals leicht. Auch hier hieß es von klein auf hart arbeiten. Schule kannten die Kinder der Bauern nicht. Sie mussten frühzeitig auf den Feldern und im Stall helfen.

Unser Koffer hielt aber auch ein rätselhaftes Artefakt für uns bereit, welches gleichermaßen ein Kinderspielzeug oder auch das Werkzeug einer Weberin oder Spinnerin sein konnte. Die SuS stellten dazu verschiedene Vermutungen an. Letztlich führte es uns zu dem Baumeister der Burg- und Schossanlage Spandau, dem Grafen Rochus zu Lynar. Diese beiden Holzstäbe mit einer einfachen Schnur verbunden entpuppten sich als Messwerkzeug bzw. als Maßwerkzeug, das dazu diente, präzise Mauern zu ziehen, kreisrunde Türme zu bauen und einheitliche Maße (z.B. für Fenster- und Türhöhen) in der gesamten Burganlage zu garantieren.

Schließlich durften zwei SuS der Architekt und der Bauleiter sein und alle anderen fungierten als Steine, die mit Hilfe der Maßschnur in ebenmäßigen Abständen und kreisrund das Fundament des Juliusturmes entstehen ließen.

Zum Abschluss der Burgerkundung stiegen alle SuS die 153 Treppen hinauf auf den Juliusturm, der als Bergfried einer der ältesten askanischen Vorgängerburg bereits im 13. Jahrhundert entstand und eben noch heute erhalten ist.

Dort hat Eli seinen Mitschülern seinen Vortrag zur Geschichte der Zitadelle Spandau gehalten. Das war ein sehr beeindruckendes Erlebnis, mit dem Blick über die ganze Stadt, weithin bis zum Fernsehturm, die Zusammenfassung der Burggeschichte von einem Mitschüler zu hören. Vielen Dank an dieser Stelle an Eli.

So ging ein weiterer interessanter Tag in unserer Stadt Berlin zu Ende.