Druckereibesuch

Druckereibesuch

16.3.2017 at 1:14 pm
 

Wir machen Druck! Das war das Motto des Tages. Aber zum Glück heute einmal im ganz konkreten Sinn und nicht im übertragenen. Schon im März hat die (damalige) achte Klasse zusammen mit Alexandra aus der (damaligen) zehnten im Rahmen des Deutsch- und WAT-Unterrichts untersucht, wie der Text eigentlich aufs Papier kommt. Und das hat sich im Laufe der Jahrhunderte ganz schön verändert.

Klar, man kann mit der Hand schreiben. Aber wenn man schnell viel Text produzieren will, dann müssen die Texte irgendwie gedruckt werden. Im Deutschbuch stand   dazu ein Beitrag zu Gutenberg und seinem revolutionären Druck mit beweglichen Lettern, der genau dies im Westen erstmals ermöglichte. In China hatte der Schmied Bi Sheng schon einige hundert Jahre zuvor ein ähnliches System entwickelt. Aber auch wenn Gutenbergs Technik für Europa bahnbrechend war, heute wird so nur noch im Museum gedruckt: im Friedrichshain-Kreuzberg-Museum zum Beispiel. Hier haben wir alte Druckerpressen angesehen, eigene kleine Texte gesetzt und schließlich auch selben drucken dürfen. Das war gar nicht so leicht, weil man spiegelverkehrt denken muss. Da wird ein ‚d‘ mal schnell zu einem ‚b‘. Aber nach einer Weile waren wir echte Profis und niemand konnte uns mehr ein X für ein U vormachen.


Aber wie wird eigentlich heute gedruckt? Um das zu erfahren, sind wir anschließend zur Berliner Zeitungsdruck GmbH gefahren. Zwar werden heute immer mehr Inhalte online verbreitet, gedruckt wird aber noch immer. Und die Technik ist gänzlich anders. Gesetzt und gelayoutet wird alles digital. Dann werden Druckplatten hergestellt, und zwar vier Platten pro Seite: je eine für Schwarz, Cyan, Gelb und Magenta. Diese werden dann auf Walzen gespannt und erst mit Wasser, dann mit Farbe besprüht. Die Bereiche, die nicht gedruckt werden sollen, nehmen das Wasser an, die Druckbereiche die ölige Farbe. Das liegt an der speziellen Oberflächenbeschaffenheit nach der Belichtung der Platten. Wenn man diese Farben nun richtig über einander druckt, können alle anderen Farben daraus gemischt werden. Text, Bilder, Grafiken und gestalterische Elemente schichten sich so nach und nach zu einem Ganzen zusammen. Und das geschieht in einem Affenzahn. Mannshohe Papierrollen wickeln sich innerhalb von Minuten zu kilometerlangen Bahnen ab, spulen sich durch ein Labyrinth von Walzen und werden dabei bedruckt, beschnitten, getrocknet, gefaltet, transportiert und verpackt. Alles automatisch. Hoffentlich gibt es da nie einen Papierstau!

Die Berufe, die mit dem Drucken verbunden sind, haben sich über die Jahre natürlich genauso verändert, wie der Druck selbst. Die Berliner Zeitungsdruck hat uns gezeigt, welche Art von Jobs es heutzutage in diesem Bereich gibt. Es sind überwiegend die technischen und kaufmännischen. Satz und Layout finden in den Redaktionen statt.
Wie die Geschichte des Drucks wohl weitergeschrieben wird? Ob künftig überhaupt noch gedruckt wird, oder nicht vielmehr alle Texte nur noch digital erscheinen? Und wäre das eigentlich schade oder einfach nur praktisch? Wir haben viele Antworten auf unsere Fragen bekommen, aber es stellen sich eben auch viele neue Fragen nach diesem Ritt durch die Druckereigeschichte.

Kommentare:

Yair: Ich glaube nicht, dass alle Bücher nur noch digital erscheinen sollten, weil es ungesund ist, so lange auf den Bildschirm zu starren. Außer, es gibt immer mehr Bildschirme, die dem Papier sehr ähneln. Trotzdem finde ich E-Books praktisch, weil sie Platz, Papier und Tinte sparen.

Ikarjahu: Ich persönlich bevorzuge zurzeit noch Bücher, aber ich halte es nicht für unwahrscheinlich, dass in naher Zukunft ein großer Teil der Menschen E-Books benutzen wird.

Lea G.: Es wäre schon schade, wenn es gar keine gedruckten Texte mehr gäbe, weil Bücher mir ein gutes Gefühl geben, wenn ich zum Beispiel die Seiten anfasse und umblättere. Oder der Moment, wenn ich ein neues Buch zum ersten Mal öffne und knicke, das mag ich einfach sehr und möchte es nicht missen. Außerdem brauchen wir gedruckte Bücher mindestens dafür, wenn wir am Schabbes lesen wollen.

Lea A.: Ich glaube, dass wir auch in Zukunft immer Bücher aus Papier haben werden. Alleine die Bücher, die es jetzt schon gibt, wird es doch wohl weitergeben. Oder werden die Bibliotheken ihre ganzen Magazine wegwerfen?

David: Ich fand die großen Papierrollen in der Zeitungsdruckerei sehr beeindruckend. Wenn man sich mal vorstellt, was man da alles drauf drucken könnte. Wobei, das wäre wohl immer noch nur ein Bruchteil dessen, was auf ein E-Book passt. Deshalb gehört den E-Books wohl die Zukunft.

Yair: Digitale Texte bergen aber auch eine große Gefahr. Viele Bücher und Schriftrollen überdauern schon Jahrhunderte oder Jahrtausende. Ob digitale Medien auch so haltbar sind, muss sich erst noch herausstellen. Man stelle sich einmal vor, die meisten zukünftigen Texte würden auf nur wenigen Festplatten liegen: Dann wären sie doch verloren, wenn diese Festplatten zerstört würden. Und Hacker sind heutzutage doch schwieriger zu bekämpfen als Diebe, oder?