Sijum Hamischnajot

Sijum Hamischnajot

4.6.2018 at 9:30 am
 

Es war Donnerstagmorgen, der 31.5, wir haben uns um 7:00 Uhr am Flughafen Tegel getroffen. Alle Kinder waren sehr aufgeregt und fröhlich darüber, das schwer erlernte Wissen nun endlich beim Sijum Hamischnajot unter Beweis stellen zu können. Schon am Flughafen nach dem Check-in konnte man die Freude jedem Kind ansehen. Die Kinder haben sich an die Fenster gestellt und die startenden und landenden Flugzeuge beobachtet. Joseph hat davon auch mit seiner professionellen Kamera sehr schöne Bilder gemacht.

Nachdem wir gelandet waren, ging’s gleich zur Prüfung. Man konnte den Kindern die Aufregung und auch ein wenig Angst anmerken. Für Jona, David und Yehuda war es die erste Prüfung dieser Art. Nur bei Joseph war die Aufregung nicht so wie bei den anderen, denn er war schon zum dritten Mal dabei und ein echter Profi.

B“H haben alle die Prüfung sehr gut bestanden: zwischen 95% und 100%! Joseph wollte sich sogar nochmal prüfen lassen, weil er meinte, man habe ihn nur leichte Mischnajot abgefragt. Also ist er zum Rabbiner gegangen und hat ihn gefragt, ob er ihn schwere und lange Mischnajot abfragen könnte. Nach der Prüfung sind die Kinder 3 Stunden lang schwimmen gegangen. Da es in Berlin keine Möglichkeit gibt, getrennt zu schwimmen, haben die Jungs die volle Zeit ausgekostet. Abends waren die Kinder dann bei ihren Gastfamilien, haben Abendessen bekommen und sind nach einem langen und aufregenden Tag schlafen gegangen. Am nächsten Tag haben wir einen Ausflug zum Freizeitpark Conny-Land gemacht, wo die Kinder großen Spaß hatten. Das lag nicht nur am Park selbst, sondern auch daran, dass sie dort viele jüdische Kinder kennengelernt haben. Gut war auch, dass alle zusammen Deutsch sprechen konnten. Nachdem Freizeitpark wollten die Kinder nochmal schwimmen gehen, denn wir hatten noch 3 Stunden bis zum Schabbat. Anschließend blieb noch genug Zeit, sich gemeinsam mit den Gastfamilien auf den Schabbat vorzubereiten. Am Schabbatnachmittag haben wir uns an der Synagoge in der Erikastrasse getroffen und Rav Lehrer getroffen, der uns von einer spannenden, historischen Begebenheit berichtet hat. Bei Seuda Schlischit sind alle  Kinder vom Sijum Hamischnajot zum Dvar Thora von Rabbi Bloch zusammengekommen, haben Schabbes-Lieder gesungen und getanzt. Am Sonntagmorgen haben wir dann einen Ausflug zum Üetliberg unternommen, wo wunderschöne Bilder entstanden sind.

Nach dem Ausflug mussten alle Kinder sich für die Sijum Hamischnajot-Feier vorbereiten, die um 13:00 Uhr anfing. Insgesamt haben über 400 Kinder und Jugendliche in diesem Jahr etwa 26000 Mischnajot gelernt, durchschnittlich also 65 pro Kind. Das ist kein Pappenstiel. Die meisten kamen aus Zürich, manche aber auch aus Straßburg, Genf, Basel, Pinsk, Moskau – und natürlich wir aus Berlin. Alle Kinder wurden schließlich aufgerufen ihre Preise von den Zürcher Rabbinern entgegen zunehmen. Für manche waren es so viele, dass sie sie kaum noch tragen konnten. Nach der Feier hatten wir ohnehin noch etwas Zeit, bis wir zum Flughafen mussten und wir hatten dann sogar noch mehr Zeit, weil unsere Gastgeber uns fahren wollten. Da hatten die Jungs eine Idee: Ja, natürlich! Nochmal Schwimmen. Anderthalb Stunden sind besser als nichts und die haben sie wirklich ausgekostet.

Als der Rückflug anstand, wollten die Jungs eigentlich gar nicht wieder zurück nach Berlin. Sie wollten dort bleiben! Der einzige, der zurück wollte, war… ich. Für die Kinder war das ein schönes Erlebnis, das sie nie vergessen werden. Und es hat sie derart motiviert, dass sie schon jetzt angefangen haben, fürs nächste Jahr zu lernen und sie wissen, dass der Erfolg nur der Kraft von Chasoro und nochmals Chasoro liegt.

Mir bleibt noch den Vier zu wünschen, dass Sie ihr Thora-Wissen weiter steigen und die Eltern viel Nachas haben werden.

(von Rav Daus)