Wandertag

Wandertag

27.9.2017 at 11:37 pm
 

Ein Hut, ein Stock, ein Regenschirm und ab durch die Mitte. Der Wandertag der Lauder Beth-Zion Schule am 27. September war ein großer Spaß für alle Klassen. In fünf unterschiedlichen Gruppen wurde zum Teil ganz klassisch gewandert, zum Teil wurde der Tag aber auch dazu genutzt, mit Themen in Berührung zu kommen, die sich nur schwer im Schulgebäude und mittels Bücher vermitteln lassen.

Hacke, Spitze, hoch das Bein hieß es für die Zweite, die mit Mora Lilja und Frau Meyer im Wald bei Birkenwerder wandern war. Und in so einem Herbstwald gibt es so einiges zu entdecken. Ob frische, glatte Kastanien, von denen im Wald nun wirklich genug für alle da sind, knallrote Fliegenpilze mit ihren weißen Pünktchen oder der frische Duft des Waldes – hier wurden einmal ganz andere Eindrücke gewonnen, als im Alltag. Dass Schule auch einmal ganz anders aussehen kann, haben die Kinder dann auch in der Waldschule gesehen, wo u.a. die heimischen Tiere erklärt wurden. Am nächsten kam die zweite Klasse dem Wald aber sicherlich ganz am Ende des Ausflugs, als sie sich selbst ein Biwak aus Ästen, Zweigen und Laub gebaut hat und so geradezu in den Wald eintauchen konnte.

Die Klassen eins und drei haben den Tag genutzt, um in den Tierpark zu fahren. Begleitet von Frau Schlüter, Mora Michal, Frau Leiberg, Rav Daus und Herrn Linke besuchten die Kinder Elefant, Tiger & Co. Das eigentliche Highlight waren aber gar nicht die Exoten, sondern der Streichelzoo, wo so manche Ziege die Fellpflege ihres Lebens erleben durfte. Ganz beseelt von so viel Tierkontakt hat sogar das anschließende Aufräumen so viel Spaß gemacht, wie kaum zuvor. Mit einem Löffelchen Zucker schmeckt eben auch die bitterste Medizin nicht mehr so schlimm, davon singt schon Mary Poppins.

Als kleine Archäologinnen und Geologen erforschte die vierte Klasse zusammen mit Frau Kuchling und Mora Rita eine riesige Kalkgrube im Museumspark Rüdersdorf. Und dort erst einmal hin zu kommen, ist gar nicht so einfach. Es ging im wahrsten Sinne über Stock und Stein, bergauf und steil bergab, in schneller Fahrt in geländegängigen Jeeps mitten hinein in die Kreidezeit. Tja, so geht es Geologinnen und Archäologen eben auf dem Weg zur Feldarbeit. Das war lustig, aufregend und einfach spannend. Ausgerüstet mit Helm, Hammer und Schutzbrille haben die Viertklässler selbst Fossilien aus der Kreidezeit oder tolle Kalzite und Pyrite gesucht und auch gefunden. Fast nebenbei haben die Kinder außerdem auch einen Eindruck von der Arbeit in so einem offenen Tagebau gewonnen, der sich bis zu sechzig Meter unter null in die brandenburgische Landschaft gräbt. Übrigens: Für interessierte Familien gibt es an Sonntagen oft spannende Angebote.

Gar nicht weit weg, in der Abfallverbrennungsanlage Rüderdorf durften die siebte, achte und neunte Klasse zusammen mit Rav BarOn, Mora Pnina, Frau Frenzel und Herrn Barthel einen Blick in eine der modernsten Anlagen dieser Art in Mitteleuropa werfen. Unser aller Müll wird nämlich nicht mehr einfach auf Halden geladen, wo er nicht nur die Aussicht, sondern auch die Qualität des Grundwassers zerstören würde. Nein, alles, was nicht recycelt werden kann, wird heutzutage verbrannt und hat so ein zweites Leben als Energiespender. Und die Dimensionen der Anlage sind gewaltig. Riesige Müllberge werden mit Hightech-Kränen in einen Brenner geworfen, wo sie bei über 850°C verbrannt werden. Durch diese Hitze wird Dampf erzeugt, der dann in einer Turbine in elektrische Energie umgewandelt und direkt an das benachbarte Zementwerk weitergeleitet wird. So etwas einmal in echt zu erleben, macht diese physikalischen Prozesse natürlich viel anschaulicher, als eine Graphik im Buch.

Auch die fünfte und sechste Klasse war der Technik auf der Spur, nämlich im Spectrum, dem Wissenschaftszentrum des Deutschen Technikmuseums Berlin. Zusammen mit Frau Kahanovsky und Frau Levkovich haben die Kinder einen Workshop zum Thema Elektrizität gemacht, bei dem sie selbst Versuche aufgebaut und durchgeführt haben. Am spannendsten war aber vielleicht der Roboter, der die Gruppe anschließend durch einen Teil der Ausstellung geführt hat. Das war vielleicht aufregend.
Nach so einem vielseitigen Tag voller neuer Eindrücke hatte sicher niemand Probleme, am Abend einzuschlafen. Und es stimmen sicher alle Frau Kuchling zu, die noch heute von dem Tag schwärmt und meint: »So einen Tag sollten wir uns öfter gönnen!